Sonntag, 23. Oktober 2016

Buchrezension: "Die Profilerin: Am Abgrund seiner Seele"

Es ist Sonntag und ich lade Euch wieder einmal dazu ein,
meiner neuesten Buchrezension beizuwohnen.

Ich bin auch dieses Mal in den Genuss gekommen,
ein Buch von Dania Dicken als eine der Ersten lesen zu dürfen,
und zwar geht es um Band 1 ihrer Reihe "Die Profilerin",
das den Titel "Am Abgrund seiner Seele" trägt.




Wer sich jetzt wundert, wieso ich schreibe, ich durfte es als "eine der Ersten" lesen, der wundert sich zu Recht, schließlich gibt es "Die Profilerin" schon länger und das inzwischen auch mit mehreren Bänden. Allerdings wird die Reihe gerade neu verlegt und somit hielt ich ein brandneues, überarbeitetes Exemplar in Händen.

Und nun zum Buch, beginnen wir mit der Inhaltsbeschreibung:
"Die Einwohner des beschaulichen Norwich leben in Angst: Seit Wochen werden Studentinnen auf dem Campus ihrer Uni überfallen und vergewaltigt. Als eines Tages die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, die eindeutig die gleichen Verletzungen wie die bisherigen Vergewaltigungsopfer aufweist, ist klar: Der Täter schreckt vor nichts mehr zurück. Die Polizei tappt völlig im Dunkeln, um wen es sich bei dem Mann handeln könnte, bis die Psychologiestudentin Andrea Jahnke ihn bei einer Vergewaltigung stört. Und sich damit selbst in seine Schusslinie bringt...


Zu allerallererst: 
Ich bedanke mich herzlichst bei Bastei Entertainment und dem Bastei Lübbe Verlag für das Leseexemplar, das mir großzügigerweise zu Verfügung gestellt wurde.


Hier kommt meine persönliche Meinung:
Seit Anfang diesen Jahres verfolge ich Dania Dickens Reihe "Die Seele des Bösen" mit großer Spannung und durfte sogar bei einem Buch als "Helferlein" tätig werden und ein wenig mit am Buch "feilen", wofür ich heute noch dankbar bin, denn es war ein tolles Erlebnis für mich. 
Nun habe ich mir also Dania´s zweite Heldin Andrea angesehen.

Vom Schreibstil sind wir es von der Autorin gewohnt, dass sie sofort loslegt, es wird nicht lang gefackelt. Sie lässt schon zu Beginn eines Buches einen solchen Knaller los, der uns Leser mitreißt und sozusagen einen Sog in das Buch erstellt, aus dem wir erst auf der letzten Seite, quasi wenn wir das Buch dann aus der Hand legen, wieder auftauchen können.

Bei diesem Band hat mir dieses Mitreißen gefehlt. Der Knall war für mich einfach nicht da.
Wir lernen die Protagonisten kennen und diese kommen auch sehr sympathisch daher. Andrea, eine Studentin und unsere Hauptfigur, ist sehr intelligent und auch clever, einfühlsam, wissbegierig, zielstrebig, eine angenehme Person. Und doch blieb sie mir das ganze Buch über auf Distanz, ich fühle mich ihr nicht verbunden. Sie lernt Gregory und Jack kennen, zwei Brüder, sehr unterschiedlich im Wesen, was Witz und für mich auch andere gute Elemente in die Handlung bringt. Die beiden waren mir näher als Andrea.

Genial waren die häufig eingeflochtenen Wissenselemente, die Dania Dicken aus ihrem eigenen Bildungsweg einbringen konnte. Großartig für alle, die nicht nur einen Thriller lesen wollen, sondern sich selbst für Psychologie, Polizeiarbeit und Profiling interessieren.

Geschickt eingesetzt wurden auch Perspektivwechsel, meist kapitelweise, einmal allerdings mitten im Text, und letzteres faszinierte mich, davon hätte ich gerne mehr gehabt. Ansonsten konnten mich dieses Mal die Perspektivwechsel leider nicht so erreichen. Ich sah die Grausamkeit, doch fehlte mir der Thrill, die Spannung, die ich für einen guten Thriller mehr brauche als Schocker durch Brutalität.

Durch mein Lesen der Reihe "Die Seele des Bösen" wusste ich zum einen grob, was in diesem Band passieren würde. Das wurde mir nun beim Lesen zum Nachteil, es war fast wie ein vorhandener Spoiler. Zudem muss ich sagen, dass mir Parallelen erscheinen, die ich mir einfach wegwünsche. Ich würde mich freuen, wenn ich von einer Autorin zwar im gleichen Stil, jedoch unterschiedliche Plots lesen würde. Mir war hier vieles zu ähnlich, vieles kam mir zu bekannt vor, ich fühlte mich nicht "neu" unterhalten.

Im Endeffekt denke ich, dass es ein toller Thriller ist, ich jedoch einfach auf dem Gleis "Die Seele des Bösen" weiterfahre und dort gut unterwegs bin.