"Und ich begriff: Wir sind unsere Erinnerungen."
Zitat: Sophie Kendrick
Hallo zum sonntäglichen "Die Bücher meines Lebens" :-)
Das Buch, dass ich heute vorstellen möchte,
ist von oben bereits genannter Autorin Sophie Kendrick.
Ich hatte hier zum ersten Mal ein Buch von ihr in der Hand
und das Lesen war echt ein Schmackofatz, muss ich schon sagen,
hat mir gut gefallen.
Ich stelle Euch heute vor:
"Das Gesicht meines Mörders"
Hier gibt es gleich mal was zum Inhalt:
"Als Clara aus dem Koma erwacht, ist ihr bisheriges Leben wie ausgelöscht. Sie erinnert sich weder an ihren eigenen Namen noch an ihren Ehemann, den Schriftsteller Roland Winter. Auch nicht an den Einbrecher, der sie niedergeschlagen haben soll. Freunde scheint sie keine zu haben.
Roland ist ihre einzige Verbindung zur Vergangenheit. Mit seiner Hilfe wagt Clara einen Neuanfang. Bis jemand versucht, sie umzubringen. Und die junge Frau begreift dass sie sich erinnern muss, um zu überleben.
Schritt für Schritt rekonstruiert Clara ihr Leben und stößt auf eine geheimnisvolle Frau, mit der sie am Tag des Unglücks verabredet war. Und die seither spurlos verschwunden ist."
(Klappentext)
Meine persönliche Meinung:
Sophie Kendrick hatte mit dem Thema Gedächtnisverlust jetzt nicht unbedingt eine wahnsinnig neue und kreative Idee für ihren Psychothriller. Allerdings ist alles, was darauf aufbaut ziemlich gut gelöst und hat mich schön in die Wirren und Geheimnisse um Clara mit hineingezogen. Ich fand also auf 314 Seiten des Taschenbuchs spannende und spekulative Miträtsel-Lesemomente, über die ich gerne etwas erzähle.
Der Schreibstil ist richtig flott, zumindest kam es mir beim Lesen so vor, als müssten die Worte gerade so aus Sophie Kendrick heraus gesprudelt sein. Das Buch liest sich prima! Nach dem Einstieg, den ich etwas merkwürdig und zäh fand, jedoch ganz deutlich die Tendenz verspürte, unbedingt dran zu bleiben, kam die Story gut in Fluss. Ich konnte dem Geschriebenen bestens folgen, keinerlei Stellen, die ich wiederholt lesen musste zum besseren Verständnis, keine Worte zum Nachschlagen. Super Aufteilung des Textes, tolle Schriftgröße, prima Absätze, das erleichtert das Lesen.
Zum Plot sagte ich ja oben bereits, das Thema Gedächtnisverlust wurde schon oft aufgegriffen, doch ich denke ich auch, dass man da viel herausholen kann. Hier ist es m.E. gelungen, denn ich war gut unterhalten, gespannt und auch total gefesselt, habe teilweise Stunden am Stück gelesen. Mein Wille zum Mitdenken und -raten war geweckt, die Verbindungen zu knüpfen und dann wieder neue Aspekte hinzuzunehmen.... das war schon alles clever gemacht. Einen Thrill gab es für mich eher nicht, nein. Psychologisch fand ich das Buch jedoch schon gut aufgebaut. Allerdings gibt es auch hier Platz nach oben. Woran ich das für mich erkenne? Wenn ich der Antwort vor der Auflösung auf die Schliche komme ;-)
Einen rechten Spannungsbogen erkannte ich eigentlich nur an den immer weniger werdenden noch zu lesenden Seiten. Ich könnte jetzt nicht wirklich von einer Spannungskurve und einem vollkommenen Höhepunkt sprechen, weil mir die Kurve ein eher stetes auf einem Level Recherchieren in der Vergangenheit von der Hauptprotagonistin Clara Winter, der Spannungshöhepunkt leider viel zu kurz und zu vorhersehbar und "plopp-schon vorbei" war. Hmm, was machen wir denn da? Hinterlässt keinen faden Geschmack, gehört nur dazu, es an dieser Stelle der Rezension zu erwähnen.
Eine Figur zu charakterisieren, die sich selbst gar nicht darstellen kann, weil sie sich an nichts, nicht mal sich selbst, erinnert, ist wohl kaum machbar. Dennoch bekam ich ein sehr gutes Bild von Clara Winter. Das Buch erzählt in der Ich-Perspektive, das ermöglicht einen tollen Einblick in Clara´s Gedanken- und Gefühlswelt, wodurch wir sie doch gut kennen lernen können. Alle anderen Figuren sind sehr spannend skizziert, da wir sie ja sozusagen mit Clara´s Augen betrachten, die sich an nichts erinnert und um ihr Leben bangt: wem soll sie also vertrauen? Und genau so begegnet sie auch den Menschen um sich herum, nämlich mit einem gesunden Abstand, aber auch Misstrauen. Ihre ganzen Zweifel, ihre Skepsis, all das dürfen wir zu den jeweiligen Personen, deren Aussagen und Tun mitfühlen und mitdenken. Das fand ich richtig spannend und dadurch sympathisierte ich auch sehr schnell mit der armen Clara ;-) Clever gemacht! Doch lest selbst :-)
Dieser Psychothriller ist ein tolles Buch, gestandenen Thrillerfans würde ich es nicht empfehlen, aber einen Ausflug in die Vergangenheit mit einer Frau ohne Gedächtnis, die auf eine - ihre eigene Geschichte stößt.... das kann schon psycho genug für Psychofans sein ;-)
4 von 5 Sternen
Welches Buch war für Euch zuletzt richtig psycho?
Kann ja auch ein Kinderbuch gewesen sein ;-)
Viele Grüße und einen schicken Sonntag,
Eure MeiLeseLing







