Hallo Ihr Lieben
:-)
Heute ist Donnerstag und ich habe ein, für mich ganz tolles und
besonderes, Thema aufgeschnappt, dass ich heute bei "MeiLing scheißt
klug" aufschreiben möchte.
Ich erinnere mich, als ich vor Jahren
zur Kur war (damals hieß das noch so einfach, heute nennt man es ja
hochtrabend bürokratisch Rehabilitationsmaßnahme, damit es bloß nicht
schön und erholsam klingt), dass wir morgens immer eine Runde spazieren
gingen.
Dabei kamen wir ziemlich geschmackloserweise an einem
Schlachthaus vorbei. Ich fand das soooo schlimm, wie wir von Weitem die
Kühe sahen, wie sie in das Haus geführt wurden, und wenn wir dann schon
mit gutem Abstand vorbei waren, naja, da hörten wir dann andere
Geräusche... Echt nicht mein Fall, so schon nicht, aber auch nicht auf
nüchternen Magen und nicht so hautnah und seitdem ist Rind für mich
tabu.
Nun habe ich etwas erfahren, was mich irgendwie
nachdenklich gemacht hat. Wenn Tiere abgeholt und auf den Weg zum
Schlachthof gebracht werden, werden sie ganz eng zusammen gepfercht. Was
wir oft als grausam bezeichnen, ist aber in Wirklichkeit eine für die
Tiere gute Sache, ich möchte Euch das mal erklären.
Die Tiere merken
ja, was vor sich geht. Sie müssen ihre gewohnte Umgebung verlassen,
merken, dass andere Tiere mit müssen. Sie bekommen Angst, müssen in
diese dunklen Anhänger, es wird eng. Zuerst steigert sich ihre Angst,
doch diese Enge wirkt in kurzer Zeit entgegengesetzt, nämlich
angstlösend! Die Herzfrequenz wird gesenkt, der Muskeltonus entspannt
sich, der Stoffwechsel fährt runter. Die Tiere werden ruhiger, fühlen
sich nicht alleine, spüren den Kontakt zu den anderen. Die Enge wirkt
hier beruhigend und angstlösend.
Ich hab das mal bisschen durchdacht und auf uns Menschen umgemünzt.
Wir lassen ja prinzipiell nicht jeden "an uns ran", denn bei einer
Umarmung kommt uns jemand sehr nahe, er dringt in die Distanz-,
Intimzone (unsere Aura) vor (oder wie Baby zu Johnny sagte: "Das ist
mein Tanzbereich und das ist dein Tanzbereich").
Wir wissen ja, dass
unsere Kinder sich in Umarmungen flüchten, wenn sie sich bedroht
fühlen, Schutz oder Trost suchen. Naja, wenn das bei ihnen solche
körperlichen Reaktionen auslöst, angstlösend und beruhigend wirkt, ist
das kein Wunder.
:-)
Auch wir Erwachsenen sehnen uns doch in vielen Situationen nichts mehr
herbei, als eine Umarmung oder im Arm des Partners einzuschlafen.
Während meiner Ausbildung zur Erzieherin haben wir in Heilpädagogik ein
Experiment durchgeführt. Dazu haben wir im Paarversuch hintereinander
eine zeitlang einfach nur dagesessen. Der Vordermann lehnte dabei am
Oberkörper des Hintermanns. Es dauerte wirklich nicht lang und beide
Atemrhythmen hatten sich aneinander angepasst, ohne dass sich
abgesprochen oder das bewusst manipuliert wurde! Das zeigt auch wieder,
wie wirk- und heilsam so ein Festhalten, eine Umarmung ist!
Umarmungen haben, wie Studien belegen, eine positive Auswirkungen auf
die Gesundheit, denn sie bilden die Hormone Oxytocin und Prolaktin, die
den Blutdruck reduzieren, sowie eine vorbeugende Wirkung gegen
Depressionen besitzen.
In diesem Zusammenhang habe ich auch von
speziell entwickelten Umarme-Schienen gehört, die bei Patienten mit
psychischen Störungen angewandt werden. Wenn sich diese in emotionalen
Extremsituationen befinden, die Anspannung sehr hoch ist, Ängste
mitwirken, sie sich vielleicht körperlich nicht mehr spüren, Druck
vorherrscht, kann eine feste Umarmung wirklich Unglaubliches bewirken!
Wer natürlich liebe Menschen um sich hat, kann auf Umarme-Schienen
verzichten, was ich jedem Patienten und auch gesundem Menschen nur
wünschen kann!
Inzwischen gibt es sogar einen
"Weltumarmungstag", nämlich den 21. Januar. Doch ich finde, Umarmungen
dürfen unabhängig von Datum, Uhrzeit und Wetter sein
;-)
Eure MeiLing