Sonntag, 13. August 2017

Buchrezension: Die Seele meiner Schwester

Hallo Ihr Lesevergnügten,

an diesem Sonntag habe ich einen interessanten Roman für Euch dabei,
den

Trisha Leaver 
mit
"Die Seele meiner Schwester"

geschaffen hat.

"Wie gut kennen wir die, die wir lieben? Und wie gut uns selbst?"...
...steht hinten auf dem Klappentext.
Ja, das ist die Reise, auf die uns dieses Buch mit nimmt.
Eine gefühlvolle Geschichte.




Inhaltsangabe:
"Die Zwillinge Ella und Maddy ähneln sich äußerlich wie ein Ei dem anderen. Doch während die beliebte Maddy überall um Anerkennung kämpft, sucht sich Ella lieber ein stilles Plätzchen, wo sie in Ruhe zeichnen kann. Eines Tages kommt es durch einen Streit der beiden zu einem tragischen Autounfall, bei dem Maddy ihr Leben verliert. Ella erwacht im Krankenhaus und wird von allen für Maddy gehalten. Aus Angst, ihre Eltern zu enttäuschen, übernimmt sie kurzerhand die Identität ihrer Schwester Maddy - und stellt bald fest, dass deren Leben voller dunkler Geheimnisse steckt. Ella muss sich entscheiden: Soll sie die Lüge zugeben oder ihre eigenen Träume opfern?"

Übersetzt von Stefanie Frieda Lemke


Meine persönliche Meinung:
Trisha Leaver baut hier auf ein Thema, dass schon oft in Buch und Film funktioniert hat: Zwillinge und Rollentausch. Allerdings habe ich es
noch nie in einer solch dramatischen und gefühlvollen Form erlebt wie hier, denn mir hat besonders gut gefallen, wie die Autorin letzteres bei den Charakteren, allen voran Ella, zum Ausdruck brachte. Ein wahrer Gefühlssturm ist dieses Buch, und das ist für mich die Faszination daran.

Die in Wort und Satzbau eher einfache Schreibform ließ mich das Buch sehr gut lesen, ich kam dadurch rasch voran und konnte mich ohne Probleme durch Fremdwörter oder missverständliche Schachtelsätze einfach nur auf die Handlung konzentrieren, was ich sehr genossen habe.
Die Handlung bot vielleicht nicht dauernd irgendwelche Spannungsspitzen oder ständige Effektfeuerwerke, doch brauchte es das für mich auch gar nicht. Ich mochte es genau so, wie es auf der emotionalen Ebene voran schritt. Besonders in vielen Gedankengängen oder Aussagen der Charaktere fand ich selbst so viel Wahrheit oder Aufhänger zum Nachdenken, dass ich mich mit dieser in sich gekehrten, auf Ella und die anderen Charaktere bezogenen Handlungen wirklich sehr gut aufgehoben und "beschäftigt" fühlte.

Wir alle wissen, wie es sich anfühlt zu trauern. Und hier bekommen wir so einen feinen Einblick in die verschiedensten Ansätze der auftretenden Charaktere, aber auch die sich langsam zusammen setzende Wahrheit drum herum. Mittendrin steht Ella, die nicht nur ihre Zwillingsschwester verliert, dadurch ja ihre engste Vertraute und Verbundene, sondern auch mit all der Schuld, den Ängsten und dieser schweren Bürde kämpft, die sie sich selbst auferlegt. Sie ist für mich so gelungen skizziert, dass ich ihr auf jedem Schritt in diesem Buch folgen konnte. Ich empfinde sie inzwischen als so stark und mutig, wie ich es zu Beginn der Handlung nie gesagt hätte. An ihrer Seite Alex, der wirklich interessant dargestellt wurde, und bei dem ich zwar so meine Spekulationen hatte, aber bis zum Ende nicht wusste, ob ich damit richtig liege ;-) Cool gemacht! Weiter gibt es Josh, der ebenso sehr tragend für den Verlauf der Handlung ist und der als zuverlässiger Fels in der Brandung einfach ein solides und gutes Bild abgibt. Wie immer brauchen wir eine Zicke, auch die soll es geben, Freundschaften entstehen in schweren Zeiten, ein wenig Liebe gehört auch dazu.... All das gehört zu einer guten Story und wir lassen es uns auch hier nicht nehmen, was gar nicht an den bisher genannten Pluspunkten zu rütteln gibt.

Das Ende ist mit schönen Ideen gut gelöst, auch hier mit viel Tiefgang und - weil Ella ja auch eine Wandlung erlebt - mit bisschen Knall. Auch die Auflösung für alle Charaktere war sehr gut umgesetzt und offene Fragen oder eigene Interpretationen bekamen hier Antworten, die vielleicht zu einem Ende verhalfen oder auch einfach Bestätigung für die eigenen Gedanken gaben. Ein runder Abschluss für diesen interessanten Roman.

Ich denke, "Die Seele meiner Schwester" ist keineswegs ein plattes Buch, dass man mal eben so lesen sollte. Mit ein bisschen "sich darauf einlassen" hält es viele spannende Fragen und Gedanken bereit, die in einem selbst vielleicht auch etwas anstoßen. Es ist für mich eine Reise, auf die man sich mit Ella begeben kann: Ob intensiver oder als Lektüre. Ich vergebe 4 von 5 Sterne.

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