Samstag, 12. Dezember 2015

Buchrezension: Manchmal brauchen wir alle einen Schluck Mutwasser ;-)

"Liebes Herz"
von Anja Saskia Beyer




Zum Inhalt:
 
Betsy fehlt. Ganz gleich, was Susa, Laura und Wilma auch tun oder woran sie denken. 
Der Tod ihrer besten Freundin kam vollkommen überraschend und er hat ein riesiges Loch gerissen. Nur die Suche nach dem Vater der kleinen Emmi, Betsys Tochter, 
kann die Freundinnen schließlich dazu bewegen, wie jedes Jahr in die Toskana zu reisen. 
Hier finden sie am Ende noch viel mehr: eine Antwort auf die Frage nach dem Warum, 
einen Weg zurück ins Leben und die große, schicksalhafte Liebe.


Meine persönliche Meinung:
 
Die Buchbeschreibung trifft genau zu, das finden wir in "Liebes Herz", wenn wir es lesen.



Welches Ausmaß der Tod von Betsy für ihre Freundinnen hat, 
konnte ich auf Grund des besonders intensiven und feinfühligen Schreibstils der Autorin 
gleich auf den ersten Seiten sehr konkret fühlen.

Der erste Kontakt mit Susa, einer der Hauptprotagonistinnen, machte mir schnell klar, 
dass hier etwas immer noch Unbegreifliches geschehen sein muss, 
und der Weg zurück in ein geordnetes Leben noch nicht wieder möglich ist.

Bei Susa´s beiden Freundinnen Laura und Wilma sieht es ebenso aus, 
 das Zurück ins Leben nach diesem schrecklichen Verlust hat noch nicht wieder stattgefunden. 
Doch jede der drei Frauen steht vor anderen Alltagsaufgaben und ist vom Charakter 
und ihren Erfahrungen her anders gestrickt und geprägt. 
Allen dreien fühlte ich mich von Anfang an verbunden in ihrer Einzigartigkeit, 
da sie so klar dargestellt wurden, obwohl der Schmerz um Betsy sie alle überschattet. 

Mir gelang der Einstieg in das Buch sehr schnell und die Trauerbewältigung, die hier stattfindet, 
ist nicht erdrückend oder niederschmetternd, 
da sie auf Zusammenhalt und Verständnis füreinander basiert. 
Große Klasse finde ich auch die Toleranz, die sich die drei Frauen entgegenbringen, zu sehen, 
dass etwas vielleicht gerade nicht optimal läuft, es auch ehrlich zu benennen, 
jedoch nicht groß über die andere zu urteilen, zu streiten, sondern einfach zu nehmen, 
wie jede von ihnen nunmal ist. So sollte Freundschaft sein.

Hinzu kommen immer wieder kleine Lacher, wenn die Frauen kopflose Aktionen starten,
 Betsy´s Tochter Emmi eine niedliche Aussage trifft, 
oder die resolut wirkende Laura auf den Tisch haut. Und dann kommt ja auch noch diese Reise dazu, die sie alle einander und auch sich selbst näher bringt.

Worauf hin mir wieder klar wurde, wieso so oft erst etwas Erschreckendes geschehen muss, 
damit wir etwas verändern können. 

Ansonsten ist es ein schöner Roman über Zusammenhalt, Freundschaft, ewige Verbundenheit, 
sich füreinander Einsetzen, aber auch den Weg zu sich selbst 
und das eigene Glück mutig in die Hand zu nehmen.

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