"Liebes Herz"
von Anja Saskia Beyer
Zum Inhalt:
Betsy fehlt. Ganz gleich, was Susa, Laura und Wilma auch tun oder
woran sie denken.
Der Tod ihrer besten Freundin kam vollkommen
überraschend und er hat ein riesiges Loch gerissen. Nur die Suche
nach dem Vater der kleinen Emmi, Betsys Tochter,
kann die
Freundinnen schließlich dazu bewegen, wie jedes Jahr in die Toskana zu
reisen.
Hier finden sie am Ende noch viel mehr: eine Antwort auf
die Frage nach dem Warum,
einen Weg zurück ins Leben und die große,
schicksalhafte Liebe.
Meine persönliche Meinung:
Die Buchbeschreibung trifft genau zu, das finden wir in "Liebes Herz", wenn wir es lesen.
Welches Ausmaß der Tod von Betsy für ihre Freundinnen hat,
konnte
ich auf Grund des besonders intensiven und feinfühligen Schreibstils der
Autorin
gleich auf den ersten Seiten sehr konkret
fühlen.
Der erste Kontakt mit Susa, einer der Hauptprotagonistinnen, machte
mir schnell klar,
dass hier etwas immer noch Unbegreifliches geschehen
sein muss,
und der Weg zurück in ein geordnetes Leben
noch nicht wieder möglich ist.
Bei Susa´s beiden Freundinnen Laura und Wilma sieht es ebenso aus,
das Zurück ins Leben nach diesem schrecklichen Verlust hat noch nicht
wieder stattgefunden.
Doch jede der drei Frauen steht vor
anderen Alltagsaufgaben und ist vom Charakter
und ihren Erfahrungen
her anders gestrickt und geprägt.
Allen dreien fühlte ich mich von
Anfang an verbunden in ihrer Einzigartigkeit,
da sie so klar
dargestellt wurden, obwohl der Schmerz um Betsy sie alle
überschattet.
Mir gelang der Einstieg in das Buch sehr schnell und die
Trauerbewältigung, die hier stattfindet,
ist nicht erdrückend oder
niederschmetternd,
da sie auf Zusammenhalt und Verständnis füreinander
basiert.
Große Klasse finde ich auch die Toleranz, die sich die drei
Frauen entgegenbringen, zu sehen,
dass etwas vielleicht gerade nicht
optimal läuft, es auch ehrlich zu benennen,
jedoch nicht
groß über die andere zu urteilen, zu streiten, sondern einfach zu
nehmen,
wie jede von ihnen nunmal ist. So sollte Freundschaft sein.
Hinzu kommen immer wieder kleine Lacher, wenn die Frauen kopflose
Aktionen starten,
Betsy´s Tochter Emmi eine niedliche Aussage trifft,
oder die resolut wirkende Laura auf den Tisch haut. Und
dann kommt ja auch noch diese Reise dazu, die sie alle einander und
auch sich selbst näher bringt.
Worauf hin mir wieder klar wurde, wieso so oft erst etwas Erschreckendes geschehen muss,
damit wir etwas verändern können.
Ansonsten ist es ein schöner Roman über Zusammenhalt, Freundschaft,
ewige Verbundenheit,
sich füreinander Einsetzen, aber auch den Weg zu
sich selbst
und das eigene Glück mutig in die Hand zu
nehmen.

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