Montag, 21. Dezember 2015

Buchrezension: Ein bisschen Rosamunde P. - Stimmung

"Die Nacht schreibt uns neu"

von Dani Atkins
 
 
 
 
Inhalt:
 
Emma macht sich bereit für ihren großen Tag. Die Wimperntusche in ihrer Hand zittert ein wenig, aber ein bisschen Nervosität ist ganz normal, oder? Beim Blick in den Spiegel tasten Emmas Finger automatisch nach der alten Narbe dicht unter ihrem Haaransatz. Das sichtbare Andenken an die Nacht, die ihr Leben verändert hat. Und nicht nur ihres. Emma erinnert sich: an den furchtbaren Unfall auf dem Heimweg von ihrem Junggesellinnenabschied, an den Tod ihrer besten Freundin Amy, an ihren Retter Jack, an Richards liebevolle Reaktion, als sie ihn gebeten hat, die Hochzeit zu verschieben. Und an alles, was danach kam. Schließlich klopft es an der Tür. Jemand ist gekommen, um Emma nach unten zu führen. Aber wer?
 
   

Meine persönliche Meinung:
 
Auf Grund der Inhaltsbeschreibung und des geheimnisvollen Titels und Covers, 
war ich auf einen gefühlvollen Roman gespannt, der sich geheimnisvoll,

 überlegt und vielleicht auch wenig magisch/verzaubernd zeigt und mitreißend geschrieben ist.
   
Mitreißend geschrieben – ja, das kann ich bis zur Hälfte des Buches sehr gut unterschreiben. 
Am Anfang war da auch diese Magie, die ich mir für das Buch gewünscht hatte, ich war verzaubert, es war leicht zu lesen, die Worte ließen mich schmunzeln, 
ließen mich im richtigen Moment erschüttert sein.
 
Der Schreibstil der Autorin änderte sich im zweiten Teil des Buches nicht unbedingt, 
jedoch kam es in der Handlung zu viel Hin und Her, dadurch wurde es streckenweise langatmig. 
Im letzten Drittel kollidierten für mich schmonzettig-kitschige Szenen mit wirklich bewegenden Momenten, in denen Wortwitz spielen sollte, der für mich nicht angebracht war.
 
Leider fielen mir sehr viele sprachliche Wiederholungen auf, 
die mich nach einer gewissen Wiederholungszahl einfach nur stören.
 
  Im Beginn der Handlung sah ich viel Potenzial und war wirklich begeistert dabei. 
Irgendwann driftete das Ganze auseinander in ein Geflecht aus vermeintlichen Verpflichtungen, Heimlichtuerei und Lügen. Der eine meint es dem anderen gut, nur das Wichtigste, 
 nämlich miteinander zu sprechen, fehlt an jeder Ecke! 
Das sprunghafte in der Handlung ließ leider auch die Hauptprotagonistin für mich irgendwann 
als naiv und teilweise unsympathisch dastehen.
  
Da kommen wir auch schon zu den Protagonisten.
Wir erleben dieses Buch aus der Sicht von der Hauptprotagonistin Emma,
 und bekommen wunderbar Einblick in die Charakter ihrer Freundinnen Caroline und Amy,
 die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auch Jack und Richard sind sich sehr unähnlich, 
zumindest kommt es so rüber. Es kam oft die Frage auf, 
ob man als Leser mit irgendjemandem mehr favorisieren soll à la „Guter Cop – Böser Cop“ 
und im Nachhinein ist man immer klüger und weiß: das hätte es nicht gebraucht.
   
Das Buch zeigt Zeitsprünge auf, erwähnt Lebensabschnitte von Emma, 
 wichtige Inhalte aus aller Leben, benennt und betont Details in der Handlung, 
vertieft aber wenig davon. Es bleiben viele Fragen offen. 
   
Der Schluss hingegen lief wieder zu Anfangsform auf. 
Ich traf dort auf den ursprünglichen Zauber, den Charme der Geschichte, 
die Magie dieser tiefen Bindung wieder. 
Leider war es für mich trotz anfänglich großer Freude und Begeisterung, ab ca. der Hälfte 
ein eher schwerer Weg bis zu diesem tollen und ergreifenden Ende.
   
Wer aber ein wenig Rosamunde P - Feeling sucht,
ist hier super aufgehoben!

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