Hallöchen am Novembersonntag!
Der Sonntag wird wieder mehr und mehr zum Lesesonntag,
was eindeutig am Herbst und dem Wetter liegt.
Ich hab durch meine Handoperation bereits seit knapp einem Monat
eine Buchrezension vor mir her geschoben,
die ich Euch jetzt schreiben möchte.
Dazu sagen muss ich allerdings auch,
dass diese Rezension wohl so lange in mir brauchte,
damit sich das Gelesene setzen konnte....
Heute berichte ich Euch über
"Und es schmilzt"
von Lize Spit.
Inhaltsbeschreibung:
Ein Buch, das alles gibt und auch alles verlangt.
"Mit verbundenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht
in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit. Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt sie zurück in ihr Dorf - mit einem großen Eisblock im Kofferraum..."
Meine persönlichen Eindrücke:
Das Lesen von "Und es schmilzt" war von der ersten Seite an eine so grundehrliche und unverschnörkelte Erzählung einer Kindheit oder angehenden Teenagerzeit, wie ich sie noch nie zuvor gelesen habe. Eine Erzählung über eine Freundschaft zwischen einem Mädchen und zwei Buben, die über Jahre hielt, bis sich in einem Sommer so viel bis hin zu allem ändern sollte. Eine Erzählung, die mich sofort einfing, gefangen nahm und so festhielt, dass es mich teils erdrückte.
In der Ich-Perspektive erfahren wir hier die Geschichte von Eva´s Kindheit in Bovenmeer, über ihre eigene Familie, ihre Freundschaft zu Pim und Lauren und auch einiges über deren Familien und Leben. Für mich war hier vieles so nahe liegend und sofort ein Begriff, weil ich in etwa die selbe Zeit das gleiche Alter hatte, daher Bands oder Spiele kannte und mir ein Schmunzeln unter kam. Anderes hingegen ist mir glücklicherweise in meiner Familie und meinem damaligen Freundeskreis nie untergekommen....
Die Protagonisten sind so fein ausgewählt und so klar und strukturiert dargestellt, dass dieses Buch eine dermaßen prägnante Wirkung auf mich als Leser hinterließ, der ich mich auch heute noch, lange nach Beenden des Buches, nicht wirklich entziehen kann. Klare Gegenpole bei den Charakteren, dennoch auch Gegensätze in einer Person, Widersprüche in sich selbst, Ängste, Verantwortung, Überforderung, Müssen, Versagen/Verluste - und das alles mit knapp 13 Jahren....
In das Buch hinein zu finden könnte dem einen oder anderem schwer fallen. Da kann ich nur dazu raten dran zu bleiben! Es hat alles seinen Sinn und es ist wichtig, dass wir das Buch so lesen, wie es geschrieben steht. Es hat wirklich alles seinen Sinn, auch wenn ich mich zwischendurch oft danach fragte. Je mehr sich das Ende näherte... umso mehr kam das Unfassbare in mir auf. Ich las mit offenem Mund, ich war erschrocken, erschüttert, ich musste das Buch weglegen und nahm es wieder auf. Ich kann Euch keine bessere Rezension schreiben, als diese hier: Wer einen besonderen Roman will, der sollte "Und es schmilzt" lesen.
Ich wünsche Euch einen kuscheligen Sonntag,
so einen, wie ich ihn Eva auch öfters gewünscht hätte....
Eure MeiLing

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