Donnerstag, 10. März 2016

MeiLing scheißt klug: Ich umarme Euch!

Hallo Ihr Lieben :-)

Heute ist Donnerstag und ich habe ein, für mich ganz tolles und besonderes, Thema aufgeschnappt, dass ich heute bei "MeiLing scheißt klug" aufschreiben möchte.




Ich erinnere mich, als ich vor Jahren zur Kur war (damals hieß das noch so einfach, heute nennt man es ja hochtrabend bürokratisch Rehabilitationsmaßnahme, damit es bloß nicht schön und erholsam klingt), dass wir morgens immer eine Runde spazieren gingen.
Dabei kamen wir ziemlich geschmackloserweise an einem Schlachthaus vorbei. Ich fand das soooo schlimm, wie wir von Weitem die Kühe sahen, wie sie in das Haus geführt wurden, und wenn wir dann schon mit gutem Abstand vorbei waren, naja, da hörten wir dann andere Geräusche... Echt nicht mein Fall, so schon nicht, aber auch nicht auf nüchternen Magen und nicht so hautnah und seitdem ist Rind für mich tabu.

Nun habe ich etwas erfahren, was mich irgendwie nachdenklich gemacht hat. Wenn Tiere abgeholt und auf den Weg zum Schlachthof gebracht werden, werden sie ganz eng zusammen gepfercht. Was wir oft als grausam bezeichnen, ist aber in Wirklichkeit eine für die Tiere gute Sache, ich möchte Euch das mal erklären.
Die Tiere merken ja, was vor sich geht. Sie müssen ihre gewohnte Umgebung verlassen, merken, dass andere Tiere mit müssen. Sie bekommen Angst, müssen in diese dunklen Anhänger, es wird eng. Zuerst steigert sich ihre Angst, doch diese Enge wirkt in kurzer Zeit entgegengesetzt, nämlich angstlösend! Die Herzfrequenz wird gesenkt, der Muskeltonus entspannt sich, der Stoffwechsel fährt runter. Die Tiere werden ruhiger, fühlen sich nicht alleine, spüren den Kontakt zu den anderen. Die Enge wirkt hier beruhigend und angstlösend.

Ich hab das mal bisschen durchdacht und auf uns Menschen umgemünzt.
Wir lassen ja prinzipiell nicht jeden "an uns ran", denn bei einer Umarmung kommt uns jemand sehr nahe, er dringt in die Distanz-, Intimzone (unsere Aura) vor (oder wie Baby zu Johnny sagte: "Das ist mein Tanzbereich und das ist dein Tanzbereich").

Wir wissen ja, dass unsere Kinder sich in Umarmungen flüchten, wenn sie sich bedroht fühlen, Schutz oder Trost suchen. Naja, wenn das bei ihnen solche körperlichen Reaktionen auslöst, angstlösend und beruhigend wirkt, ist das kein Wunder. :-)
Auch wir Erwachsenen sehnen uns doch in vielen Situationen nichts mehr herbei, als eine Umarmung oder im Arm des Partners einzuschlafen.

Während meiner Ausbildung zur Erzieherin haben wir in Heilpädagogik ein Experiment durchgeführt. Dazu haben wir im Paarversuch hintereinander eine zeitlang einfach nur dagesessen. Der Vordermann lehnte dabei am Oberkörper des Hintermanns. Es dauerte wirklich nicht lang und beide Atemrhythmen hatten sich aneinander angepasst, ohne dass sich abgesprochen oder das bewusst manipuliert wurde! Das zeigt auch wieder, wie wirk- und heilsam so ein Festhalten, eine Umarmung ist!

Umarmungen haben, wie Studien belegen, eine positive Auswirkungen auf die Gesundheit, denn sie bilden die Hormone Oxytocin und Prolaktin, die den Blutdruck reduzieren, sowie eine vorbeugende Wirkung gegen Depressionen besitzen.

In diesem Zusammenhang habe ich auch von speziell entwickelten Umarme-Schienen gehört, die bei Patienten mit psychischen Störungen angewandt werden. Wenn sich diese in emotionalen Extremsituationen befinden, die Anspannung sehr hoch ist, Ängste mitwirken, sie sich vielleicht körperlich nicht mehr spüren, Druck vorherrscht, kann eine feste Umarmung wirklich Unglaubliches bewirken! Wer natürlich liebe Menschen um sich hat, kann auf Umarme-Schienen verzichten, was ich jedem Patienten und auch gesundem Menschen nur wünschen kann!

Inzwischen gibt es sogar einen "Weltumarmungstag", nämlich den 21. Januar. Doch ich finde, Umarmungen dürfen unabhängig von Datum, Uhrzeit und Wetter sein ;-)
Eure MeiLing

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