Sonntag, 24. Januar 2016

Buchrezension: Willst Du mal was anderes lesen?

  "La Vita Seconda - Das zweite Leben"

von Charlotte Zeiler
 
 


Inhalt:
 
Kommt mit und erlebt, wie sich Mark, der junge Notarzt,
in seine schwerverletzte Patientin verliebt und sein Team auf der
Intensivstation um das Leben der jungen Frau kämpft.
Taucht ab in das frühe 17. Jahrhundert und begebt euch mit der stummen Franziska auf die schwierige Suche nach ihrem Gedächtnis und ihrer Identität.
Wer ist das junge Mädchen, das sich an nichts – außer ihren Namen - erinnern kann?
Seid dabei, wenn sie im alten Cölln auf Antonio trifft, den Mann, der sie rettet und in den sie sich unsterblich verliebt.
Lest genau, denn es gibt nicht nur die e i n e Wahrheit!

  
 
Meine persönliche Meinung:
 
Ein Autounfall auf einer Landstraße stellt den Beginn der Handlung dar. 
Das denken wir, doch ist er das wirklich? Wo ist Anfang, wo ist Ende der Geschichte? 
Wo ist ein Zwischendrin und wer ist eigentlich wer? 

 
Doch ich gehe mal der Reihe nach vor ;-)
Dass das Buch etwas Besonderes ist, wird  dem Leser schnell klar. 
Es wird uns aus verschiedenen Perspektiven erzählt, nämlich zum Einen aus der Sicht aller Hauptprotagonisten, in dem die Kapitel kurzgehalten sind und bei jedem Wechsel mit dem Blick eines anderen Protagonisten und dessen Denken und Fühlen eine andere Sichtweise beleuchtet werden kann. 
Zum anderen durch die verschiedenen zeitlichen Ebenen des Buches. 
Um letzteres noch eindeutiger zu gestalten, verwendet die Autorin verschiedene Schriftarten, 
die nicht nur die zeitliche Abgrenzung erleichtern sollen, sondern auch den Charme und Flair einer vergangenen Zeit betonen.
 
Eine dritte Ebene wird noch mit eingeflochten, die zusätzliche Informationen liefern soll, die mich zum aktuellen Zeitpunkt noch überfordert haben und auch noch keinen Zusammenhang darstellen.
 
Auffällig an diesem Buch ist auch, dass relativ wenig wörtliche Rede vorkommt, die ich aber beim Lesen gar nicht vermisst habe, denn das Wechseln der Erzählperspektiven macht das Geschehen so lebendig, dass einem das „nicht-sprechen“ gar nicht fehlt.
 
Um gleich noch beim Schreibstil der Autorin zu bleiben, möchte ich an dieser Stelle sagen, wie leicht sich dieses Buch lesen ließ. Es ist flüssig zu lesen, und auch wenn historische Informationen einfließen, ebenso wie medizinische Begriffe und Erklärungen, so konnte ich die Kapitel schön nacheinander durch lesen. 
Besonders toll fand ich die detaillreichen Ausführungen der Erlebnisse in der Vergangenheit, denn das konnte ich dadurch richtig miterleben, ich mag es da einfach "verbal verschnörkelt" und Charly kam mir da sehr entgegen :-) 
 
Mit den Protagonisten des Buches konnte ich schnell sympathisieren, denn sie werden klar skizziert. 
Dadurch, dass ich die Handlung aus der Sicht jedes Protagonisten erlebe, konnte ich jeden einzelnen noch besser erkennen und vor mir sehen. 
Ich finde das sehr gut gelungen!
Die Autorin lockte mich (wie oben aufgeführt) mit den Worten „… denn es gibt nicht nur die eine Wahrheit“, und irgendwie übersah ich diesen Satz zuerst doch, als ich das Buch zu Ende las und weglegte. Ich war enttäuscht von mir selbst und dachte, ich hätte es nicht verstanden, zu viele offene Fragen…Doch ich musste das nicht sein :-)
 
Charlotte Zeiler hat mit diesem Roman einen Kopfsprung in eine viel größere Geschichte gemacht, als wir noch ahnen. Ist das der Beginn oder das Ende? Es gibt nicht nur die eine Wahrheit… 
Und oft liegen wir mit unserem ersten Gefühl näher dran, als wir uns selbst zutrauen!
 
Wer sich von Namenswirrungen nicht abbringen lässt, ist hier gut aufgehoben und wird seine wahre Freude an diesem Buch haben. Auch wer auf Rätselraten und offene Fragen steht, sollte zu diesem Buch greifen. 
Wer Interesse an einem New Time Travel Roman hat, der sich gar nicht so richtig in ein Genre einordnen lässt, weil er so viele Bereiche abdeckt, der kann sich hier überraschen lassen.
 
Ich vergebe an Charly und „La Vita Seconda – das zweite Leben“ abgefahrene 5 von 5 Sterne!

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